elefant rosa

In Indien wird eine Geschichte über einen weißen Elefanten erzählt.

Jedes Jahr zur selben Zeit, fällen viele Holzfäller gleichzeitig nahe des heiligen Flusses viele Bäume. Diese rollen den Hang hinab bis ins Wasser. Dort trägt der Fluss sie weiter und immer weiter. Doch in einer Biegung verkeilen sie sich ineinander und kommen zum Stillstand. Ein in einem Kloster lebender weißer Elefant wird herbei geholt. Vorsichtig betritt er den Damm und schwingt seinen Rüssel so lange über den Baumstämmen, bis er einen auswählt und antippt. Dieser wird von Arbeitselefanten herausgeholt und wie durch Zauberhand geraten die Stämme in Bewegung und die Blockade verschwindet.

 

Jin Shin Jyutsu ist für mich wie eine Ausbildung zum weißen Elefanten gewesen. Solange der Mensch atmet fließt die Lebensenergie – wie der Fluss in der Geschichte. Im Laufe des Lebens entstehen Staudämme, wie bei Kindern, unbedarft und unwissend, voller Freude. Eifrig werden Äste und Steine herbei geholt, um das Wasser anschwellen zu lassen. Im übertragenen Sinne sind es zu spätes ins Bett gehen, Alkohol, Stress, zu schnelles Essen…  lauter Äste und Steine, die in den Lebensfluß liebevoll eingebettet werden. Er staut sich zurück, es kann zu „Überschwemmungen“ kommen. Diese Überschwemmungen können unangenehme Auswirkungen haben. Schmerzen, Trauer, Unwohlsein, Konzentrationsschwäche, Schlafschwierigkeiten. Schwillt der Fluss immer mehr an, werden die Auswirkungen größer. Ängste, Depression, Tinnitus, Kopfschmerzen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind nur einige Nebenwirkungen von Staudämmen.

Wie nun den richtigen Ast, den richtigen Stein finden, um die Schmerzen oder seelische Prozesse zu verändern? Ich folge wie der Elefant den Energien. Sehe die verkeilten Baumstämme und tippe sacht einen von ihnen an. Sie beginnen in Bewegung zu kommen. Dies zeigt sich durch Wärme, die durch die Glieder fließt. Ruhe in der Seele, neue Blickwinkel in vermeintlich aussichtslosen Situationen. Trauer, Unruhe und Schmerzen weichen Leichtigkeit und Bewegung.